Freitag, 2. November 2012

Zu Gast bei Tanja


Neulich waren wir bei Dir. Jetzt bist Du weit fort.
Vielleicht schaust Du Dir die Fotos nochmal an & liest Dir den Text nochmal durch, dort wo Du bist & vielleicht ist es dann ein klitzekleines Stückchen Heimat für Dich.
Vielleicht findet man die Heimat immer schöner als alles andere, aber vielleicht ist es deswegen trotzdem gut, viele ganz andere Länder & viele ganz andere Menschen kennen zu lernen. Wahrscheinlich ziemlich sicher.

Neulich fahren wir also Richtung Alpen & finden, dass Du an einem wunderbaren Fleckchen Erde wohnst. Wir biegen dann irgendwann ab, dann nochmal, dann nochmal , dann nochmal & dann nochmal. Dann stehen wir vor Deiner Haustüre & werden herzlichst umarmt. Rein in die gute Stube. Drinnen riecht es gut & gemütlich, vielleicht nach Essen. Ich schenke Dir einen Schreibmaschinenring.

Den Sommer hasst Du.
Den Winter liebst Du.
Wir gehen raus in den Winter, spazieren durch Deinen Wald, hoffen vielleicht kurz, Deine Rehe zu sehen, bauen einen klitzekleinen Schneemann & werden von herabfallendem Schnee überrascht. Irgendwann kommen wir an einer Bank an. Wir trinken Tee & bestaunen die schönsten Alpen. Dann bauen wir riesen-Schnee-Kugeln. Wir lassen sie den Abhang herunterrasen & stellen uns das Verkehrschaos vor, dass die Schneekugeln verursachen würden & wie sie die Straße verstopfen würden, wenn sie unten auf der Straße ankämen, was sie nicht tun.

Dein Zimmer ist eine einzige Sammlung von Erinnerungen: Alte Fotos von Deinen Eltern in runden Goldrahmen, schöne Fotos von schönen Tagen, alte Landkarten, daneben grüne Kopfhörer. Ich kann mich erinnern, wie Du jeden Tag mit diesem Kopfhörern in die Schule spaziert kamst. Vielleicht ist das gar nicht so lange her, aber es scheint zumindest so. Viele andere Dinge schmücken Deine Wände.

Deinen Kleiderschrank hast du schon fast leer geräumt. Und alles, was noch davon übrig geblieben ist, sollte einen Tag später gänzlich in den Besitz Deiner Freunde übergegangen sein.

Wir setzen uns auf Dein Bett & Du zeigst mir Fotos von einem weit entfernten Land. Mit dem Bett muss man aufpassen: Es könnten Katzen unter der Bettdecke schlafen. Die Katzen gehören zum Inventar bei Euch. Ich weiß nie, wie viele es sind. Vielleicht sind es nur zwei, vielleicht sind es aber auch zehn. Vielleicht sehen sie alle gleich aus. Einen Namen glaube ich, mir merken zu können: Spebil.

Abends, als wir vom Wald zurückkehren backen wir Brot & es misslingt uns.
Wir versuchen, einen 3D-Origami-Elefanten zu falten, misslingt uns auch. 

Was für ein schöner Tag. Bald wieder.











  
Du & Dein echter Deuter.
Ich mag Euch.


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