Donnerstag, 29. Mai 2014

Zu Gast in einem Gewächshaus

Letztes Wochenende, irgendwo im Knoblauchsland: In einem Tomaten-Gewächshaus hat Yasmin eine lange Tafel gedeckt und 30 Fremde eingeladen, sich bekochen zu lassen.

Am Eingang: Mona.

Im Eingangsbereich ruhen wir uns auf gemütlichen Paletten aus und bekommen Prosecco mit Waldmeister serviert. Man unterhält sich leise. Ein älteres Ehepaar erzählt, sie würden heute ihren Hochzeitstag feiern. Ein bisschen später bekommen wir eine kalte Kohlrabi-Suppe. Irgendwann werden wir hineingebeten ins Gewächshaus. Drinnen ist es angenehm warm, viel wärmer als im Eingangsbereich. Wir gehen den langen Korridor hinab und nehmen an der langen leeren Tafel Platz. Jeder hat ein Glas bekommen, manche haben ihren Namen auf das Namensschild geschrieben. Im Glas ist Erdbeer-Rhabarber-Saft oder Apfel-Fenchel-Saft.

Während wir an der langen Tafel sitzen, kocht der Koch Dave vier Gänge. Tanja, Birthe und Jana bringen sie zu uns an den Tisch. Zuerst gibt es einen Quinoa-Salat mit Spargel, dann knusprigen Sellerie mit Blumenkohl, Spinat und Gewürzkirschen, zwischendurch ein köstliches Tomaten-Sorbet und danach eine Wirsingroulade, gefüllt mit rotem Reis und Feta.
 
Langsam wird es dunkel im Gewächshaus.
Langsam wird es Zeit für die Nachspeise: Kathrin bereitet Rhabarber Religieuse zu. Das sind zwei Windbeutel mit einer Rhabarber-Füllung, die mit Blumen garniert werden. Bald stehen davon 30 verschiedene auf der langen Tafel. 

Dann gibt es Kaffee im Eingangsbereich, vielleicht eine Zigarette zwischendurch. Man sitzt noch ein bisschen im Gewächshaus danach, trinkt sein halbvolles Weinglas noch aus. Schenkt Handynummern und Visitenkarten her und geht zufrieden nach Hause.

Danke für den schönen Abend, Yasmin.

































Dienstag, 6. Mai 2014

Unterwegs mit einem Wohnmobil

Wir haben uns was zu essen eingepackt und sind durch die Stadt gefahren, mit lauter Musik. Tanja und ich sitzen hinten, die Polster sind weich und alt. Dom fährt das riesige Wohnmobil und Tatjana raucht eine Zigarette. An einer Kreuzung kommt Jojo dazu. Im Wohnmobil gibt es eine Ziehharmonika, ein kleines Moped, am Boden liegt ein Motor für ein Boot. Während wir fahren wehen die Vorhänge im Wind und die Sonne blendet durch die staubigen Fenster. Am Kanal sitzen wir in Klappstühlen. Wir pflücken Blumen und flechten Kränze.

Ein Sonntag, wie ein Sonntag eben sein sollte.














Donnerstag, 27. März 2014

Zu Gast in der B23

Wenn ich einmal an der Stadtmauer entlang fahre, einmal an der Burg vorbei und einmal einen schmalen steilen Weg nach unten, dann komme ich zu Tanja. Dauert fünf Minuten, ist ein Katzensprung. Vielleicht bin ich diesen Weg fünfzig Mal gefahren, vielleicht viel seltener. Klingel ich an der Türe, höre ich schnelle Schritte, wie sie den Gang entlang gerast kommen.

Die Wohnung, in der Tanja wohnt, hat sechs Zimmer: Eins für Bene, eins für Julian, eins für Tatjana, eins für Hannah, eins für Dom. Aus dem sechsten Zimmer hat jemand zwei Zimmer gemacht. Eine Hälfte für Tanja, die andere für Dimo. Aus der Speisekammer hat jemand ein Esszimmer gemacht, ein Esszimmer für sieben Personen. Ein Fenster geht von Esszimmer zu Bad. So kann ich Hannah unter der Dusche singen hören, während Tanja kocht. Im Gang steht ein Mofa, auf dem Balkon zwei Stühle und sieben Bierkästen.

Das Zimmer, in dem Tanja wohnt. Ein kleines Bild an der Wand schreit laut Heimat. Tanja sagt, sie mag es, dass sie in ihrem Zimmer die Tram spürt, wenn sie unten an der Straße vorbeifährt. Tanja sagt, ihr fehlt der Regen und dass sie ihn nicht hören kann in der Stadt. Auf dem kleinen Bild an der Wand steht Allgäu.

An jeder Zimmertüre hängen kleine Nettigkeiten, farbige Fotos. Geburtstage werden hier vierteljährlich gefeiert und keiner sitzt je alleine in der Küche und raucht.

Gestern abend lauschte ich dem Gelächter von Bene, Julian und Tanja. Und wollte noch viel mehr fotografieren und viel mehr schreiben. Über die B23 und ihre liebenswerten Bewohner.













Donnerstag, 20. März 2014

Seht her, was wir das letzte halbe Jahr gemacht haben

Beide haben wir unser Studium abgeschlossen. Und beide haben wir es mit einem Buch abgeschlossen: Kai erzählt euch ein Märchen von Frida & Alma, Maria schwärmt von ihrer Heimat.


Frida & Alma



Wohin gehen. Weg sein. Woher kommen.



Samstag, 2. November 2013

Zu Gast bei den Gastfreunden

Gast sein. Sich wie Zuhause fühlen dürfen und einen schönen Abend mit Freunden zu verbringen ist wohl eines der schönsten Dinge, die es gibt. Schöner noch ist es selbst Gastgeber zu sein. Sich Speisen überlegen, den Tisch decken und dann seine Gäste begrüßen dürfen und ihnen einen wunderbaren Abend bieten.
Dabei kommt es nicht einmal auf die Auswahl der Speisen oder eine glamouröse Dekoration an. Es geht vielmehr um das gemeinsame Kochen, die interessanten Gespräche, witzige Erinnerungen oder auch den neusten Klatsch und Tratsch, den man sich zu erzählen hat. Wir haben uns für das Gastfreunde-Dinner etwas ausgesucht, dass sich in jeder Küche leicht nachkochen lässt, das frisch und gesund ist.
Wir kaufen alle Zutaten am Markt ein. Frischer Basilikum, Pinienkerne, Walnüsse, Parmesan. Wir verstauen die Einkäufe in unseren Fahrradkörben und machen uns auf den Nachhauseweg. Wir breiten unsere Zutaten auf dem Küchentisch aus. Die Küche riecht nach Basilikum. Wir beginnen mit dem zerkleinern der Zutaten, dazu kommt ein Schuss Olivenöl, ein bisschen Joghurt und verschiedene Gewürze, die uns gerade gefallen. Wir zücken einen Löffel und stellen nach ausgiebigem kosten fest, dass dies ein spitzen Pesto geworden ist. Die Nudeln kochen schon im Wasser, als es klingelt.
Die Gäste sind da. Wir begrüßen uns und bekommen wunderbare Gastgeschenke. Es ist einer der letzten warmen Abende. Wir sitzen in der Küche, das Fenster geöffnet, trinken Wein, essen Spaghetti Pesto, lachen, genießen, schlecken am Nachtisch und verabreden uns für das nächste gemeinsame Beisammensein.













Mittwoch, 16. Oktober 2013

Zu Gast im Wald

Kai und Maria haben eingeladen. In den Wald. Sie haben Brote geschmiert, mit Butter und Kresse, Salami, Tomaten, Frischkäse… und dann haben sie sie in Packpapier eingepackt, wie kleine Geschenke.

Wir treffen uns am Waldrand: Tobias, Bettina, Lisa, Florian, Christian, Indre und Kai und Maria. Durch den Wald laufen wir ein Stück und kommen bald an einen kleinen See an. Dort steht ein Tisch und eine Bank.

Der Sommer ist fast vorbei.

Lisa schenkt Kai und Maria eine schöne Karte. Indre pflückt einen schönen Blumenstrauß.

Dann essen wir: Radieschen, saure Gurken, frische Tomaten und die geschmierten Brote. Dazu gibt es Wein, Bier und Wasser.

Als es dunkel wird, machen wir uns auf den Rückweg. Und als eine Abzweigung im Wald kommt, wissen wir plötzlich nicht mehr so genau, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Aber wir sind es noch.

Dann laufen uns zwei kleine Kröten über den Weg.

Schön, dass ihr unsere Gäste gewesen seid, Tobias, Bettina, Lisa, Florian, Christian und Indre!














Ein Paar der Fotos könnt ihr im HeimatZine sehen, welches am 25.10.2013 erscheinen wird und ihr hier vorbestellen könnt.