Donnerstag, 27. März 2014

Zu Gast in der B23

Wenn ich einmal an der Stadtmauer entlang fahre, einmal an der Burg vorbei und einmal einen schmalen steilen Weg nach unten, dann komme ich zu Tanja. Dauert fünf Minuten, ist ein Katzensprung. Vielleicht bin ich diesen Weg fünfzig Mal gefahren, vielleicht viel seltener. Klingel ich an der Türe, höre ich schnelle Schritte, wie sie den Gang entlang gerast kommen.

Die Wohnung, in der Tanja wohnt, hat sechs Zimmer: Eins für Bene, eins für Julian, eins für Tatjana, eins für Hannah, eins für Dom. Aus dem sechsten Zimmer hat jemand zwei Zimmer gemacht. Eine Hälfte für Tanja, die andere für Dimo. Aus der Speisekammer hat jemand ein Esszimmer gemacht, ein Esszimmer für sieben Personen. Ein Fenster geht von Esszimmer zu Bad. So kann ich Hannah unter der Dusche singen hören, während Tanja kocht. Im Gang steht ein Mofa, auf dem Balkon zwei Stühle und sieben Bierkästen.

Das Zimmer, in dem Tanja wohnt. Ein kleines Bild an der Wand schreit laut Heimat. Tanja sagt, sie mag es, dass sie in ihrem Zimmer die Tram spürt, wenn sie unten an der Straße vorbeifährt. Tanja sagt, ihr fehlt der Regen und dass sie ihn nicht hören kann in der Stadt. Auf dem kleinen Bild an der Wand steht Allgäu.

An jeder Zimmertüre hängen kleine Nettigkeiten, farbige Fotos. Geburtstage werden hier vierteljährlich gefeiert und keiner sitzt je alleine in der Küche und raucht.

Gestern abend lauschte ich dem Gelächter von Bene, Julian und Tanja. Und wollte noch viel mehr fotografieren und viel mehr schreiben. Über die B23 und ihre liebenswerten Bewohner.













Donnerstag, 20. März 2014

Seht her, was wir das letzte halbe Jahr gemacht haben

Beide haben wir unser Studium abgeschlossen. Und beide haben wir es mit einem Buch abgeschlossen: Kai erzählt euch ein Märchen von Frida & Alma, Maria schwärmt von ihrer Heimat.


Frida & Alma



Wohin gehen. Weg sein. Woher kommen.



Samstag, 2. November 2013

Zu Gast bei den Gastfreunden

Gast sein. Sich wie Zuhause fühlen dürfen und einen schönen Abend mit Freunden zu verbringen ist wohl eines der schönsten Dinge, die es gibt. Schöner noch ist es selbst Gastgeber zu sein. Sich Speisen überlegen, den Tisch decken und dann seine Gäste begrüßen dürfen und ihnen einen wunderbaren Abend bieten.
Dabei kommt es nicht einmal auf die Auswahl der Speisen oder eine glamouröse Dekoration an. Es geht vielmehr um das gemeinsame Kochen, die interessanten Gespräche, witzige Erinnerungen oder auch den neusten Klatsch und Tratsch, den man sich zu erzählen hat. Wir haben uns für das Gastfreunde-Dinner etwas ausgesucht, dass sich in jeder Küche leicht nachkochen lässt, das frisch und gesund ist.
Wir kaufen alle Zutaten am Markt ein. Frischer Basilikum, Pinienkerne, Walnüsse, Parmesan. Wir verstauen die Einkäufe in unseren Fahrradkörben und machen uns auf den Nachhauseweg. Wir breiten unsere Zutaten auf dem Küchentisch aus. Die Küche riecht nach Basilikum. Wir beginnen mit dem zerkleinern der Zutaten, dazu kommt ein Schuss Olivenöl, ein bisschen Joghurt und verschiedene Gewürze, die uns gerade gefallen. Wir zücken einen Löffel und stellen nach ausgiebigem kosten fest, dass dies ein spitzen Pesto geworden ist. Die Nudeln kochen schon im Wasser, als es klingelt.
Die Gäste sind da. Wir begrüßen uns und bekommen wunderbare Gastgeschenke. Es ist einer der letzten warmen Abende. Wir sitzen in der Küche, das Fenster geöffnet, trinken Wein, essen Spaghetti Pesto, lachen, genießen, schlecken am Nachtisch und verabreden uns für das nächste gemeinsame Beisammensein.













Mittwoch, 16. Oktober 2013

Zu Gast im Wald

Kai und Maria haben eingeladen. In den Wald. Sie haben Brote geschmiert, mit Butter und Kresse, Salami, Tomaten, Frischkäse… und dann haben sie sie in Packpapier eingepackt, wie kleine Geschenke.

Wir treffen uns am Waldrand: Tobias, Bettina, Lisa, Florian, Christian, Indre und Kai und Maria. Durch den Wald laufen wir ein Stück und kommen bald an einen kleinen See an. Dort steht ein Tisch und eine Bank.

Der Sommer ist fast vorbei.

Lisa schenkt Kai und Maria eine schöne Karte. Indre pflückt einen schönen Blumenstrauß.

Dann essen wir: Radieschen, saure Gurken, frische Tomaten und die geschmierten Brote. Dazu gibt es Wein, Bier und Wasser.

Als es dunkel wird, machen wir uns auf den Rückweg. Und als eine Abzweigung im Wald kommt, wissen wir plötzlich nicht mehr so genau, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Aber wir sind es noch.

Dann laufen uns zwei kleine Kröten über den Weg.

Schön, dass ihr unsere Gäste gewesen seid, Tobias, Bettina, Lisa, Florian, Christian und Indre!














Ein Paar der Fotos könnt ihr im HeimatZine sehen, welches am 25.10.2013 erscheinen wird und ihr hier vorbestellen könnt.


Freitag, 20. September 2013

Zu Gast auf einer Hochzeit


Und schon wieder durften wir Gast auf einer Hochzeit sein. Einer wunderbaren Hochzeit. 
Wir treffen uns am Standesamt in Berlin. Das Standesamt ist nicht schön, aber alle strahlen um die Wette. Das Brautpaar läuft ein, wird getraut und läuft lachend, von dem Bayerischen Defiliermarsch begleitet, wieder hinaus. Dort wartet das Hochzeitsmobil, welches die beiden zu einem kleinen Empfang am Helmholtzplatz bringen soll. Es macht so Spaß ihnen zuzusehen. Die Gäste laufen dem frisch getrauten Paar hinterher. Ein Gläschen und 36 °C  machen den Tag noch spaßiger. 
Später gibt es eine Bootsfahrt auf der Spree und zum Abendessen treffen sich alle im Café am Neuen See. Wir essen und trinken, wir  lachen, sind gerührt von den Reden der Papas, tanzen, werfen Wünsche in den Illumat, trinken noch mehr, und fallen irgendwann ins Bett.
Es war so ein schöner Tag. Alles war perfekt. Ich wünsche euch eine wunderbare Ehe.










Sonntag, 1. September 2013

Zu Gast bei meiner Oma

Gestern haben wir Holunder gesammelt. Mit dem Fahrrad sind wir früh morgens am Bach entlang hinunter und wieder hinauf gefahren.

Dann bin ich zu meiner Oma gefahren. Mit dem Holunder im Gepäck. Gestaunt hat sie, wieviel wir gesammelt hatten. Und von früher hat sie erzählt. Wie sie mit Opa zusammen Holunder-Marmelade gemacht hat. Der konnte immer nicht mehr aufhören, Holunder zu sammeln. Einmal hätte er gesammelt. Und als er heimgekommen ist, da hat er eine Tüte voller Holunder in der Garage stehen lassen, weil er Angst hatte, dass sie mit ihm schimpft. So viel konnte sie ja gar nicht verarbeiten, so viel wie der immer mitgebracht hat. Sagt sie und lacht dabei.

Wir setzen uns zusammen an einen Tisch im Garten. Unter den Zwetschgenbaum. Ich glaube zwei Stunden lang sind wir damit beschäftigt, die einzelnen Beeren abzuzupfen. Der Holunder ist reif, wenn er schön dunkel ist. Für Marmelade sind die großen, schwarzen Beeren am besten geeignet, weil sie viel Saft hergeben. Wenn einzelne Beeren noch nicht ganz reif sind, kann man gut Saft daraus machen.

Dann gehen wir ins Haus hinein. Und ziehen uns wunderschöne Schürzen an.

Ein paar Zwetschgen benötigen wir noch. Vielleicht Fünfhundert Gramm. Plus Ein Kilogramm Holunder. Beides muss gut gewaschen werden. Die Zwetschgen entsteinen und vierteln. Dann mit ein bisschen Wasser in einen Kochtopf. Einige Zeit kochen lassen. Aber immer rühren! Von der Herdplatte nehmen und pürieren. Dann Gelierzucker dazugeben. Das Ganze sollte dann noch einmal ein paar Minütchen kochen.

Die Heiße Marmelade füllen wir dann in Gläser ein. Ein paar Kleckse bleiben übrig. Die probieren wir. Ein bisschen süß finden wir. Aber sonst schmeckt sie vorzüglich, unsere Marmelade!










Donnerstag, 8. August 2013

Zu Gast auf der Hochzeit von Berna & Christoph

Freunde singen ein bezauberndes Lied und spielen die schönsten Instrumente, als Berna & Christoph die Treppe im Standesamt hinunterschreiten. Noch viel schöner aber ungefähr so hört es sich an:

Musik.

Andere werfen mit Rosenblüten, als das Paar zur Tür hinausgeht.


Dann fahren die Braut & der Bräutigam in einem alten VW-Bus davon. Der hat zufällig (wirklich zufällig) die gleiche Farbe wie die Brautschuhe. Die Braut sieht übrigens fabelhaft aus. Sie hat kleine Blümchen in den Haaren. Natürlich sieht auch der Bräutigam entzückend aus.

Wir fahren ihnen nach und landen im Garten der Brauteltern. Der liegt an einem Hang. Und ist geschmückt mit Papier-Girlanden, Papier-Ballons und bemalten Holz-Wegweisern. Ein Freund macht Polaroids. Der Bruder der Braut dreht einen Super-8-Film.

Der Wintergarten bietet Platz für das Kuchen-Buffet. Seine Wände sind geschmückt mit Papier-Fächern.

Wieder singen Freunde. Diesmal "I believe in a thing called love" und die Braut singt "Home is whenever I'm with you". Der Trauzeuge hält eine Rede. Er will anschaulich erklären, wie lange Berna & Christoph schon zusammen sind. Sie sind lange zusammen. Könnt ihr euch daran erinnern, als die No Angels mit "Daylight in your eyes" die Charts stürmten? Seitdem sind Berna & Christoph zusammen. Wäre die Beziehung der beiden ein Wein, der Wein wäre gut. Sie wäre ein Whiskey im oberen Preissegment. Sie wäre ein Kind, das die sechste Klasse besucht.

Abends leuchten bunte Lichterketten und Fackeln säumen den Wegrand. Jetzt spielt die Band des Bräutigams. Die ist toll. Und irgendwie ganz und gar keine Hochzeitsband. Und das macht die Hochzeit noch ein bisschen toller. Sie spielen in einem Schuppen im Garten. Nebst einer alten, gelben Telefonzelle.


Berna & Christoph: Es war ganz wunderbar & herrlich bei Euch.